Startseite Foren Forum Technische Infos, Tricks und Einstellwerte Elektrik Leichtbau Batterie – Dinge, die man wissen sollte Antwort auf: Leichtbau Batterie – Dinge, die man wissen sollte

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DD2D
Verwalter

Hallo zusammen,

es ist Zeit für ein Update.

Man hörte in den letzten Wochen von Einigen auch der anderen LITEBLOX Besitzer von Problemen, die hoffentlich aber alle zufriedenstellend gelöst wurden. Wer mag kann ja hier kurz kommentieren. Ich will von meiner eigenen Geschichte mit meiner LITEBLOX berichten, und von den weiteren Erkenntnissen, die ich dabei erlangt habe… vielleicht hilft es dem Einen oder Anderen bei ähnlicher Gelegenheit.

Ich hab vor Kurzem, nach ca. 10 Tagen Standzeit, den Wagen nicht mehr starten können. Zunächst, beim ersten Versuch, bewegte sich der Anlasser noch etwas, aber nicht mit genügend Moment um den Motor zum Anspringen zu bringen, schon beim folgenden Versuch war es einfach nur tot, und die Batterie piepste (wegen <12,4 V Spannung) gotterbärmlich. Aber auch das Piepsen wurde dann schnell weniger, weil die Batterie wohl durch den/die erneuten Versuche so tief in die Knie ging, dass selbst der Pieper nicht mehr genügend Saft hatte. Das Fahrzeug selbst sagte dann auch keinen Mucks mehr, weder mechanisch noch elektrisch.

Natürlich war die vordere Gepäckraumklappe geschlossen, ich kam also nicht an die vordere Batterie dran. Wohl aber an den von mir an der Batterie angebrachten Ladestecker (den ich im Zwischenraum zwischen Klappe und Scheibenwischer rausfriemeln konnte). Habe also zunächst versucht, mittel des Ladegeräts die LITEBLOX zu laden, zumindest ausreichend um die Klappe zu öffnen.

Nachdem das aber keinen Fortschritt brachte, habe ich (ich kürze die Story etwas ab) schließlich mit einer externen Batterie am Pluspol-Kontakt im Sicherungskasten und Masse am Tür-Fang-Bügel (gemäß Anleitung) die vordere Klappe öffnen können. Ich hatte mittlerweile auf der Hotline auch schon mit LITEBLOX Kontakt, und die rieten mir, nach Öffnen der Klappe die Batterie dann komplett vom Fahrzeug zu trennen, und separat über die Krokodilklemmen aufzuladen.

Das hat letztendlich auch nicht geklappt, und ich habe schließlich die Blei-Batterie wieder eingebaut und war froh, dass ich dann überhaupt losfahren konnte.

Die LITEBLOX weist zusätzlich im Bereich des Plus-Pols eine Verformung des Gehäuses auf, die auf starke Hitze schließen lässt. Ich habe diese entsprechend eingeschickt zum Hersteller, mit dem ich auch weiter in Kontakt war, und der sehr kompetent und kulant die Batterie repariert hat, dabei gleichzeitig auf die neueste Version updated, und sich überhaupt sehr sehr gut verhalten hat in der ganzen Angelegenheit. Ich erwarte die Batterie in Kürze zurück und werde sie wieder einbauen.

Hier nun die zusätzlichen interessanten Informationen, die ich aus den Gesprächen und der weiteren Behandlung des Themas gelernt habe:

1.) Innenwiderstand von LiFePO4 Batterien:

Diese haben im Gegensatz zu Pb Batterien einen sehr geringen Innenwiderstand, der sogar noch kleiner wird, je mehr die Batterie entladen ist. Wenn man also einem LiFePO4 Fahrzeug mit einer externen Batterie Starthilfe geben will (was laut Anleitung nicht passieren darf!), dann wird im Moment des Anschlusses der Blei-Batterie an die LiFePO4 diese einen sehr hohen Strom aufnehmen. Das führt zu Überhitzung und die gesehene Verformung am Gehäuse ist im Bereich des Plus-Pol Leiters, also genau da wo es heiß wird.

Das Interessante daran ist, dass ich genau das nicht getan habe. Lediglich mit dem Ladegerät bin ich direkt an die Batterie gegangen. Allerdings habe ich ja die Not-Öffnung der Haube mit einer externen Blei-Batterie am Pluspol-Kontakt im Sicherungskasten vorgenommen. Es ist die Frage, ob die Stromkreise für die Not-Hauben-Öffnung und der normale Betriebs-Stromkreis voneinander separat sind, oder verbunden, ob es wohl sein kann, dass in dem Moment bereits die LITEBLOX den vollen Strom ebenfalls (neben dem Hauben-Öffner) abbekommen hat, und dabei überhitzt hat.

Das dürfte eigentlich nicht passieren, LITEBLOX nimmt auch an, dass die Stromkreise eigentlich getrennt sein müssten, aber es ist noch ein offener Punkt, den ich noch herausfinden will. Wenn die Stromkreise verbunden sind, dann heißt das im Prinzip, dass man keine Not-Öffnung der Haube wie in der Anleitung beschrieben durchführen darf, wenn man eine LiFePO4 Batterie verbaut hat (!). Das wäre ein klares No-Go für eine solche Batterie in einem Porsche.

Ich fürchte fast ein bisschen, dass dem so ist - schließlich ist das die einzige Erklärung, warum meine Batterie überhitzt haben könnte...

2.) Aufladen einer tiefentladenen Batterie:

2.a.) Sehr tief entladen:
Das LITEBLOX Ladegerät kann die Batterie nur erkennen, wenn sie mindestens eine Gesamt-Spannung von 3 V an den Polen aufweist. Ist das weniger, dann zeigt das Ladegerät "Error". Das war bei mir der Fall. Man kann aber Glück haben durch wiederholtes Anschließen und wieder Abklemmen des Ladegeräts, da jedes Mal beim Anschließen ein kurzer Puls auf die Batterie gegeben wird, der schon (bei wiederholter Durchführung) dazu führen kann, dass sie über 3 V kommt.

2.b.) Tief entladen:
Ist die Spannung an den Polen zwischen 3 und 12 V, wird zunächst in einem langsamen Modus geladen, bis die 12 V erreicht werden. Das erkennt man an der blinkenden LED auf dem Ladegerät. Laut LITEBLOX dauert das nicht viel länger als 20 - 30 Minuten, danach müsste der Lader dann auf eine dauerhaft leuchtende LED umschalten, und es beginnt das schnelle Laden (ca. 1 Std. bis voll laut LITEBLOX).

Obwohl 2.a.) bei mir gekappt hat (= kein "Error" mehr, sondern "blinkendes Laden"), hab ich auch nach deutlich mehr als 30 Minuten nicht den Schnellademodus erreicht. Da war also was faul mit meiner Batterie. Das LITEBLOX-Labor hat dann auch bestätigt, dass bei Empfang meiner Batterie die Spannung nur bei 2,2 V lag (!), und mit dem normalen Ladegerät gar nicht die 3 V erreicht wurden durch das Pulsen.

3.) Neue Warn-Werte:

Das sind gute Neuigkeiten. In der neuesten Version (auf die meine Batterie jetzt gebracht wurde), ist der Warn-Grenzwert von vorher 14.6 V nun auf 15.2 V angehoben worden, und die Zellen halten sogar noch etwas mehr aus ("etwas Luft nach oben was die kritische Ladespannung betrifft" - Zitat LITEBLOX). Das müsste eigentlich dazu führen, dass die Batterien auch ohne Umprogrammierung des Porsche-Batteriemanagement-Systems (siehe mein oberer Post) in einem Porsche funktionieren sollten, ohne dass sie Warnung geben, sobald man in "Sport PLUS" geht... Ich werde das mal beobachten.

Alles in Allem: hab wieder Einiges gelernt, LiFePO4 Batterien sind sicher nichts für Sonntags-Fahrer, die einfach nur wollen, dass das Auto funktioniert, sparen aber nach wie vor 18kg auf der Vorderachse, brauchen Einiges an Beachtung, sollten in der neuen Version etwas Porsche-verträglicher geworden sein, machen mir Sorge was die Not-Entriegelung des Kofferraums angeht, und LITEBLOX verhält sich sehr gut und anständig, wenn man Hilfe braucht.

Ich hab das so ausführlich geschrieben, damit jeder selbst und informiert entscheiden kann, was er tun mag. Wie immer ohne Gewähr aber nach bestem Wissen und Gewissen geschildert...

Wer Fragen hat darf mich gerne kontaktieren.

Grüße,
Dirk